Sie sind oft Indikator für den Zustand des Vereinslebens: Gemeinschaftsaktionen, beim Motorsportclub Ensingen beispielsweise Ausfahrten, Clubheimpartys, oder Arbeitseinsätze rund ums Clubheim. Auch der Auftritt beim Weihnachtsmarkt gehört dazu – und hinterlässt gemischte Gefühle.
Beleuchtung wird benötigt – Aufbau fast im FinsternEnsingen – Es ist Sonntagmorgen, der 7. Dezember 2025. Um halb acht Uhr in der Frühe, fast noch bei Finsternis, treffen sich einige Leute auf dem Platz vor der St.-Veits-Kirche in der Ensinger Dorfmitte. Nicht, um sich gemeinsam auf den Besuch des Gottesdienstes vorzubereiten. Sie haben den Transporter mit der Aufschrift »Schreinerei Stierle« erwartet, der gerade vorfährt, vollbeladen mit Pavillon-Zelten, Tischen, einer Spüle und so weiter – eben dem Material, das der Motorsportclub Ensingen (msce) für den Aufbau des Standes benötigt, mit dem er sich seit vielen Jahren am Ensinger Weihnachtsmarkt beteiligt. Ruhig und routiniert wird ausgeladen, aufgebaut und eingerichtet, um gegen elf Uhr, nach der offiziellen Eröffnung des Markts für die Gäste bereit zu sein.
msce-Teamwork beim Ensinger WeihnachtsmarktDerselbe Tag, 13 Stunden später, vor dem msce-Clubheim in der Ensinger Panoramastraße. Die Schiebe- und die Hecktüren des Schreinerei-Transporters fallen zum letzten Mal an diesem Wintertag, der nachmittags dann doch sehr verregnet war, ins Schloss. »So, Leute, fertig«, verkündet msce-Vorstand Udo Tschugg, »Zeit für ein Feierband-Bier«. Das war sie also, die msce-Aktion »Weihnachtsmarkt« für das sich dem Ende zuneigende Jahr 2025.
Tatsächlich? Nur 13 Stunden? Natürlich nicht. Am Montag nach dem Weihnachtsmarkt treffen sich nochmals vier Leute im Clubhaus, um die am Sonntagabend nur schnell aus dem Transporter ausgeladenen Teile ordentlich aufzuräumen und einzulagern Zwei Tage später folgt ein weiterer, kleiner Einsatz im Clubhaus, um die Restarbeiten wie das Spülen der Glühweintöpfe zu erledigen. Bei der darauffolgenden Vorstandssitzung wird dann noch eine Bestandsaufnahme gemacht und Manöverkritik geübt, schon mit Blick auf den Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr, bevor das Thema für längere Zeit in der Versenkung verschwindet.
Zeit, das Projekt einmal komplett Revue passieren zu lassen. Aktuell wird die Thematik wieder, wenn der Ensinger Ortsvorsteher Gerd Fink, meist Anfang Oktober, per Rundmail das Interesse der Ensinger Vereine abfragt, wieder beim Weihnachtsmarkt mitzumachen. »Daraufhin habe ich mit Hilfe des Abstimmungs-Tools von WhatsApp die Stimmungslage in der msce-Vorstandschaft abgefragt«, berichtet Udo Tschugg, »und weil alle dafür gestimmt haben, war die Entscheidung für eine Beteiligung schon gefallen.«
Der msce-Aufbautrupp beim WeihnachtsmarktZu diesem Zeitpunkt sind der msce-Vorstand und etliche Mitglieder noch mit der Organisation der Herbst-Ausgabe der jährlich anstehenden Clubheimparty beschäftigt. Sobald die vorbei ist, wird es bei der nächsten Vorstandssitzung konkret: Neben der Verteilung der Aufgaben für den Weihnachtsmarkt ist die Vorbereitung der Bestellung beim Lebensmittel-Großmarkt Edeka Cash+Carry in Pforzheim ein größerer Posten. »Flammkuchenböden und Kirschwein, die Hauptzutaten des Angebots am msce-Stand, kommen samt Zubehör aus einer Hand«, sagt Tschugg. »Frische Kleinigkeiten wie beispielsweise Lauch besorgt Vereinsmitglied Sonja Raab noch nebenbei.«
In den ersten Novembertagen wird die Edeka-Bestellung abgeschickt. Zu diesem Zeitpunkt sind ausschließlich die msce-Vorstände mit dem Weihnachtsmarkt befasst. Die vom Ortsvorsteher angeforderte Standgebühr in Höhe von 60 Euro muss bezahlt werden, außerdem ist jeder Markteilnehmer dazu verpflichtet, sich eine Gestattung der Stadt Vaihingen zu besorgen, die auch nochmal 20 Euro kostet. »Früher gab es eine Sammelgestattung für den ganzen Weihnachtsmarkt«, weiß Udo Tschugg, »aber seit zwei Jahren müssen das die Standbetreiber selbst machen. Ein Grund dafür wurde nie genannt.« Inklusive aller Gebühren und des Lebensmitteleinkaufs muss der msce rund 850 Euro schon vorab in den Weihnachtsmarkt investieren.
Hagen Stierle (links) und Stephan Raab richten den Flammkuchenstand einInzwischen hat msce-Schriftführer Stephan Raab den Arbeitsplan für den Sonntag des Weihnachtsmarkts erstellt. Der sieht acht Personen für den Aufbau von 7:30 bis neun Uhr vor, sechs Personen für die erste Standdienst-Schicht von elf bis 15 Uhr, acht Personen für die zweite Schicht, die auch beim Abbau hilft, von 15 bis 19 Uhr und sieben Personen für den Abbau ab 18:30 Uhr. Parallel dazu laufen die Einsätze rund um die Flammkuchen-Herstellung und den Verkauf von 10 bis 14:30 sowie von 14:30 bis 19 Uhr mit je vier Personen. Am 4. November wird der Arbeitsplan im Clubhaus ausgehängt und in der msce-WhatsApp-Gruppe veröffentlicht, mit der Bitte an die msce-Mitglieder, sich doch zügig für einen der freien Plätze einzutragen, ohne nochmals daran erinnert werden zu müssen.
Am Dienstag vor dem Weihnachtsmarkt meldet Edeka C+C, dass die msce-Bestellung abholbereit ist. Udo Tschugg macht sich auf den Weg nach Pforzheim, dieses Jahr wohlweislich mit einer Kopie der Bestellliste, »denn vor einem Jahr hat Einiges gefehlt.« Dieses Mal wird erst einmal durchgezählt – und es fehlen einige Pakete Flammkuchenboden. Die kann Stephan Raab zwei Tage später abholen, bei einem zusätzlichen Ausflug zum Großmarkt.
Roland Steinl (vorn), Meister des FlammkuchensDer msce hat über die Jahre bereits Maßnahmen getroffen, um die Arbeiten rund um den Weihnachtsmarkt zu vereinfachen. »Früher hatten wir drei sehr kurze Schichten eingeteilt, da haben wir eben sehr viele Leute benötigt. Jetzt sind es noch zwei Schichten über den Tag verteilt«, berichtet Tschugg. Damit die anstehenden Aufgaben auch mit weniger Personal gestemmt werden können, wurden Pavillon-Zelte mit Klappgerüsten angeschafft, die sich viel schneller aufschlagen lassen als die zuvor verwendete Konstruktion. Außerdem wurden irgendwann die Lichterketten abgeschafft, die vor allem beim Abbau und Einpacken sehr viel Zeit kosteten.
Trotzdem geht es, wie zu erwarten, nicht ohne weitere Aufrufe zum Arbeitseinsatz. Vier Wochen nachdem der Arbeitsplan bekannt gemacht wurde, folgte die dritte Erinnerung, noch immer sind nicht alle Schichten voll besetzt. Einen Tag vor dem zweiten Advent, dem Termin des Weihnachtsmarkts, muss Reine Stierle, zweiter Vorstand des msce, noch einen späten Helfer-Ausfall verkünden und per WhatsApp inständig um Ersatzmeldungen bitten.
Zu der Zeit sind er und drei weitere Leute schon dabei, den Schreinerei-Transporter von Reinis Bruder Hagen mit den am Sonntag zuerst benötigten Bestandteilen des Marktstands zu beladen: Pavillon-Zelte, Tische, die Spüle und mehr. Das nimmt nur eine Stunde in Anspruch, weil die Teile bereits zwei Wochen zuvor für den Abtransport bereitgestellt worden waren.
Sonntagmorgen, am Tag des Weihnachtsmarkts, beginnt der Aufbau pünktlich um 7:30 Uhr. Zwei Stunden und eine weitere Transporter-Tour zwischen Clubhaus und der Ensinger Ortsmitte später, kann das Team vor Ort durchatmen: alles fertig, rechtzeitig, damit die heißen Getränke und der Flammkuchenofen vor dem offiziellen Beginn des Weihnachtsmarkts auf Temperatur gebracht werden können.
Ensingens Ortsvorsteher (mitte) bei der BegrüßungElf Uhr vormittags: der Ensinger Weihnachtsmarkt ist eröffnet. Die Besucher inspizieren die Verkaufsstände, dann gönnen sie sich eine Stärkung und etwas zu Aufwärmen. Das msce-Angebot ist beliebt – wenig verwunderlich, handelt es sich doch nicht um lediglich warmgemachte Fertigware, sondern um liebevoll zubereitete Spezialitäten. Der Flammkuchenboden wird am Stand nach Belieben belegt, standardmäßig mit Creme-Fraiche, Zwiebeln, Speck, Frühlingszwiebeln und Käse. Auf Wunsch werden einzelne Zutaten weggelassen oder auch reduziert. »Es gibt alle möglichen Varianten«, grinst Udo Tschugg, »außer vegan.« 180 Stück werden bis zum Abend verkauft sein. Der Kirsch-Glühwein läuft nicht ganz so gut wie in den Vorjahren: »Wir haben dieses Mal 17 Kartons gebraucht«, sagt Tschugg, »bisher sind wir immer 20 Kisten losgeworden.« Vielleicht muss die etwas ungenaue Bezeichnung des gereichten Getränks überdacht werden. Denn es handelt sich nicht um einfachen Glühwein mit Kirschgeschmack, sondern um heißen Katlenburger Kirschwein, verfeinert mit Amaretto, Schattenmorellen und einem Sahnehäubchen. Der Laden läuft.
Der msce-Flammkuchen ist beliebtTags darauf wird sich Udo Tschugg per WhatsApp-Post an die msce-Mitglieder wenden – und an die Freunde des Clubs. »Danke an alle, die uns so tatkräftig unterstützt haben – vor allem auch die Nicht-Mitglieder, ohne die wir ein echtes Problem gehabt hätten.« Er findet es beschämend, dass sich in einem Verein mit 140 Mitgliedern nicht genügend eigene Leute für die Mitarbeit beim Weihnachtsmarkt finden lassen. Besonderes loben möchte er aber Roland Steinl, der seinen großen Flammkuchenofen bereitstellt und den ganzen Tag nicht aus den Augen lässt sowie Hagen Stierle, der den Transporter morgens zum Aufbau hin- und abends vom Abbau wegfährt und dazwischen mit seinem handwerklichen Geschick unverzichtbares Mädchen für alles ist. »Die machen seit Jahren immer Doppelschichten«, sagt Tschugg anerkennend.
Drei Uhr nachmittags beim Ensinger Weihnachtsmarkt 2025, leichter Regen hat eingesetzt. Noch fünfeinhalb Stunden, bis Udo Tschugg verkünden wird: »Zeit für ein Feierabend-Bier.« Die nächste Vorstandssitzung mit Bestandsaufnahme und Manöverkritik steht kurz bevor.
Fotos vom msce-Auftritt beim Ensinger Weihnachtsmarkt 2025 gibt es in der msce-Fotogalerie
Viele Gäste bei der Einweihung der »Arche« beim Ensinger KindergartenEnsingen – Mit einem kleinen Festakt wurde am Donnerstag vor dem dritten Advent auf dem Kindergartengelände in der Dennefstraße das neue Spielgerät eingeweiht, zu dessen Realisierung auch der Motorspotclub Ensingen (msce) beigetragen hatte. Immerhin vier Kinder von msce-Mitgliedern werden künftig in den Genuss des neuen Spielgeräts namens »Arche« kommen. Das war dem Motorsportclub eine Spende in Höhe von 500 Euro wert. Außerdem engagierten sich die msce-ler Mandy und Gernot Schober durch persönlichen Einsatz bei der Planung und Umsetzung des »Arche«-Projekts.
Und Arbeit gab es beim Aufbau der »Arche« wahrlich genug. »Wir haben einen langen und steinigen Weg hinter uns«, so begann Kindergarten-Leiterin Stefanie Ulrich ihre Dankesrede mit einem Rückblick.
Weil die »Arche« an der Stelle aufgebaut werden sollte, wo seither ein Sandkasten zu finden war, musste zunächst jede Menge Sand entfernt werden, und dabei machten auch die Kindergartenkinder kräftig mit. Sie machten darunter eine unangenehme Entdeckung – Beton, Steine und Schutt. Glücklicherweise fanden sich viele Helfer aus dem Dorf und der Umgebung ein, teilweise mit schwerem Gerät. Mit Hilfe von drei Baggern, zwei LKW und etlichen landwirtschaftlichen Fahrzeugen gelang es, an einem Samstagvormittag satte 34 Tonnen Aushub in den Steinbruch Roßwag zu verfrachten.
Die neue »Arche« beim Ensinger KindergartenEinen weiteren Samstag dauerte es, bis 22 Fundamentlöcher gebohrt waren, danach konnten die Kinder beobachten, wie die Firma Starkholz zunächst viele Baumstämme anlieferte und mit dem Aufbau der »Arche« begann. Drei Wochen nahmen die Hochbauarbeiten in Anspruch, dann musste das Gelände rund um das Spielgerät nur noch mit 93 Tonnen Sand aufgefüllt werden – fertig.
»Ohne die vielen Helfer und Spender wäre das nicht möglich gewesen«, hob Stefanie Ulrich hervor und bedankte sich im Namen ihrer Kollegen und der Kindergartenkinder bei jedem einzelnen mit einem kleinen Geschenk. Sabine Laible, 1. Vorsitzende des Ensinger Kirchengemeinderats, blieb nur noch die Bitte an Stefanie Ulrich und Otmar Haas, stellvertretend für die Helfer, das rote Band zu durchschneiden und so die »Arche« für den Spielbetrieb freizugeben.
»Arche« stimmungsvoll illuminiertOrtsvorsteher Gerd Fink war voll des Lobes über die gelungene Gemeinschaftsaktion und bezeichnete die »Arche« als »schwäbische Version eines Luxusdampfers«. Und tatsächlich: in der abendlichen Dunkelheit erinnerte die Holzkonstruktion festlich illuminiert an ein Kreuzfahrtschiff kurz vor dem Auslaufen zur nächsten großen Fahrt. Etwas Meeresrausch hätte gut zu der Stimmung gepasst.
Ensingen – Das zuletzt für den 27. Juli geplante 3. Elfmeter-Turnier des msce wird nicht stattfinden.»Ganz ursprünglich sollte die Veranstaltung am 28. Juni 2025 über die Bühne gehen«, erklärt msce-Schriftführer und Elfmeter-Cup-Organisationschef Stephan Raab, »aber da kam uns als Fußball-Event der Vaihinger Stadtpokal terminlich in die Quere.« Deshalb wurde für das Turnier beim msce-Clubheim am alten Ensiger Bahnhöfle der 26. Juli des Jahres angepeilt. Doch auch dieses Datum stand unter keinem guten Stern. In der Woche vor dem Anmeldeschluss am 1. Juli lagen noch kaum Nennungen für den msce-Cup vor, zudem hatte der TSV Enzweihingen kurzfristig seinen eigenen Elfmeter-Cup für diesen Tag angekündigt. »Da aus diesem Grund kaum mehr mit ausreichend Anmeldungen für eine erfolgreiche Durchführung des msce-Cups gerechnet werden konnte, hat der Vorstand die Reißleine gezogen«, bedauert Raab. Die Zukunft des msce-Elfmeter-Cups ist erst einmal ungewiss. »Gefühlt veranstaltet gerade jeder Sportverein in der Umgebung seinen Elfmeter-Cup«, sagt Raab, »darüber wollen wir uns noch Gedanken machen.« Die übrigen geplanten msce-Veranstaltungen sollen wie vorgesehen durchgeführt werden (siehe Termine).
msce-Kassier Christian Rapp (links) und Vorstand Udo TschuggEnsingen – Die jährliche Hauptversammlung des Motorsportclub Ensingen (msce) ist für einen guten Teil der Clubmitglieder ein fester Termin im Kalender: auch dieses Jahr konnte msce-Vorstand Udo Tschugg ein rundes Fünftel aller msce-Mitglieder im Vereinsheim am alten Ensinger Bahnhöfle begrüßen, dazu erstmals Gerd Fink als neuen Ensinger Ortsvorsteher. In seinem Jahresrückblick berichtete Tschugg von moderatem Wachstum des Vereins, derzeit sind 141 Personen (88 Männer, 53 Frauen, 14 Kinder und Jugendliche) in der Mitgliederliste registriert. Sehr erfreulich: das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu Ende 2022 leicht gesunken und liegt jetzt bei 46 Jahren.
msce-Vorstand 2025Bereits im vergangenen Jahr hatte Tschugg angekündigt, dass die bis dahin getrennt geführten Kassen von Verein und Clubheim zusammengelegt werden sollen. Christian Rapp, der damals das Amt des Kassiers übernommen hatte, erläuterte jetzt, wie sich die Zusammenführung der Kassen ausgewirkt hat. Das wichtigste vorweg: wie in den Vorjahren steht unter dem Strich ein ordentliches Plus. Neu ist allerdings, dass ein beträchtlicher Teil des Guthabens auf einem Geldmarktkonto angelegt wurde und so durch einen günstigen Zinssatz von 3,5 Prozent pro Jahr weiter anwächst. Das dabei alles mit rechten Dingen zugeht, attestierten die beiden Kassenprüferinnen Annette Haug-Wamsler und Brigitte Tschugg Kassier Christian Rapp gerne.
Für die anstehenden Neuwahlen erklärte sich Ortsvorsteher Gerd Fink als unbeteiligter Beobachter bereit, gemeinsam mit msce-Mitglied Alex Theierl die Wahlleitung zu übernehmen. Turnusgemäß galt es, über die Posten des 1. Vorstands (bisher Udo Tschugg), des 2. Beisitzers (Sascha Kopf), des Schriftführers (Stephan Raab) und des Jugendwarts (Gernot Schober) zu entscheiden. Weil sich die bisherigen Amtsinhaber bereit erklärten, ihre Arbeit fortzuführen und niemand eine geheime Wahl verlangte, wurden Vorstand, Beisitzer und Schriftführer per Handzeichen einstimmig in ihrer Funktion bestätigt. Lediglich Gernot Schober hatte mitgeteilt, dass er seine Aufgabe abgeben würde, falls sie jemand übernähme. Mit Marco Molnar war schnell ein Nachfolger gefunden, er wurde ebenfalls einstimmig gewählt. »Das war doch abgekartet«, wunderte sich Gerd Fink mit leichtem Schmunzeln.
Der Ensinger Ortsvorsteher Gerd FinkMit der Leitung der Neuwahlen war der Auftritt von Ortsvorsteher Gerd Fink aber noch nicht beendet. Auf Bitte von Udo Tschugg erläuterte Fink die derzeit in Land und Gemeinde laufenden Überlegungen zur Verlängerung der S-Bahnline 5, die im ungünstigsten Fall über das Gelände laufen könnte, auf dem das Clubheim steht – und übrigens auch über das Grundstück, auf dem der Ortsvorsteher in direkter Nachbarschaft wohnt. Finks Ausführungen ließ sich entnehmen, dass die Problematik zu komplex ist, um jetzt schon konkrete Auswirkungen vorherzusagen. Gegenwärtig werden verschiedene Alternativen überprüft, ein Ergebnis ist frühestens Ende des Jahres zu erwarten.
Abschließend berichtete Tschugg noch von zwei vereinsinternen Themen. Bereits von einem Jahr war beschlossen worden, zugunsten größerer Freiheiten die Gemeinnützigkeit aufzugeben. Auch dieses Ansinnen ist kompliziert, die Beratungen dazu werden, unter anderem mit dem Steuerberater des Vereins, weitergeführt. Einiger Gespräche bedarf auch noch die Einführung eines Bonussystem, mit dem die besonders fleißigen Helfer des msce belohnt werden sollen. Geplant ist, bei Arbeitseinsätzen zu Gunsten des Vereins eine Stundenliste zu führen, um die tatkräftigsten Unterstützer des Vereins zu entdecken. Gedacht ist dies lediglich als Ansporn für die Aktivsten, wer nicht mitmachen kann oder will, soll keine Nachteile haben.
Bleibt abzuwarten, wie die besonders flotte Abwicklung der Jahreshauptversammlung dabei gewertet wird. Die war dieses Jahr durchaus preiswürdig: mit 49 Minuten Sitzungsdauer verpasste Udo Tschugg den letzten Bestwert vom Februar 2023 nur um eine Minute.
Flammkuchen frisch aus dem Holzofen – Spezialität beim msceENSINGEN – Schon seit mehr als zehn Jahren bietet der msce beim traditionellen Weihnachtsmarkt in der Ensinger Ortsmitte seinen auf dem Holzfeuer frisch gebackenen Flammkuchen an. Und auch in diese Jahr konnte Vereinschef Udo Tschugg keinen Grund dafür erkennen, daran etwas zu ändern: »Punkt 18 Uhr hatten wir insgesamt 180 Flammkuchen über unseren Tresen geschoben, damit waren wir ausverkauft«, freute er sich über den Erfolg des msce-Angebots. Auch nebenan, an der Getränke-Theke des Motorradclubs, gab es großen Andrang: der dort mit Amaretto und Sahne getunte Kirschglühwein war offensichtlich ganz nach dem Geschmack der Gäste an diesem schönen, aber kalten Tag.
Die msce-Truppe für den StandaufbauHatte es vor zwei Jahren noch Probleme gemacht, unter den Vereinsmitgliedern genügend Helfer für den Auf- und Abbau sowie die Standdienste zu rekrutieren, zeigte sich Udo Tschugg dieses Jahr sehr zufrieden: »Wir waren genügend Leute, alles ging flott über die Bühne.« Dafür hatte der msce-Vorstand aber auch einige Anstrengungen unternommen. So war ein Pop-up-Pavillon beschafft worden, der sich viel schneller aufstellen lässt als die zuvor verwendete Gestänge-Konstruktion, auch die vorgefertigten Lichterketten sorgten für Erleichterung. »Deshalb konnten wir beim Auf- und Abbau viel Zeit einsparen. Wir haben morgens erst um acht Uhr angefangen, bereits um neun Uhr war fast alles startklar. Beim Abbau hatten wir schon um 20 Uhr unseren Platz geräumt und konnten ins Clubheim zum Ausladen fahren.« Dort konnten sich die Helfer am Bollerofen auch etwas aufwärmen. Tschugg: »Klar, wir hatten den ganzen Tag geiles Wetter. Aber die vielen Stunden im Freien sind irgendwann schon zu spüren.«
Dichtes Gedränge vor dem msce-StandPositiv wirkte sich auch aus, dass mit Stephan Raab und Hagen Stierle gleich zwei Clubmitglieder ihre geräumigen Transporter zur Verfügung stellten. »Da hat alles reingepasst, was wir mitbringen mussten«, berichtete Udo Tschugg, »nur der Ofen für die Flammkuchen kam noch auf einem speziellen Anhänger.« Der Vereinsvorstand zieht nach diesem zweiten Advent in Ensingen eine erfreuliche Gesamtbilanz: »Alles hat gut geklappt.« Etwas Schnee hat gefehlt, der die Weihnachtsmarktstimmung vollends perfekt gemacht hätte – aber das übersteigt die Möglichkeiten der sonst bestens organisierten Ensinger Motorsportler dann doch.
Fotos vom Ensinger Weihnachtsmarkt 2024 gibt es in der msce-Bildergalerie